MKEK stellt neues türkisches Infanteriegewehr „Mehmetcik-1“ vor

Ob nun Lizenzfertigung oder modifizierte Eigenversion, es handelt sich hierbei um eines der besten Infanteriesturmgewehre der Welt, um die HK416. In den USA benutzen Special Forces die HK416. Deren eigenen Gewehre wie M4 und M16 sind auch sehr passabel, jedoch haben sie zu oft Ladehemmungen, woraufhin das US-Verteidigungsministerium eine Neuausschreibung für die Special Forces anordnete und die HK416 sich gegen die Konkurrenten durchstetzte. Die HK416 vereint die Präzision der M4, die Reichweite der M16 und die Zuverlässigkeit der G36 bei kaum bis keiner Ladehemmung bis zu 20.000 Schuss. Aufgrund ihrer Präzision nannte der Hersteller Heckler & Koch die Waffe auch erst HK M4 als Anspielung auf die amerikanische M4 des Herstellers Colt, dieser legte jedoch Beschwerde ein und Heckler & Koch nannte das Gewehr um in HK416, als Anspielung auf die M4 und M16, also 416.

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Bild: Unten die verschiedenen Versionen der Mehmetcik-1

Als sicher gilt, dass das Mehmetcik-1 ein Klon der HK416 ist. Jedoch ist interessant, das MKEK das Gewehr nicht HK416 nennt, sondern ihm eine Eigenbezeichnung Mehmetcik-1 gibt. Wäre es eine Lizenzproduktion würde es so wie in der Vergangenheit den Originalnamen, G3, HK33 oder eben jetzt HK416 tragen. Einfach so kopieren und einen anderen Namen geben kann MKEK nicht, da würde Heckler & Koch prozessieren. Mittlerweile kursieren verschiedene Spekulationen dazu, dass es eventuell einen Deal zwischen Heckler & Koch, MKEK und den Türkischen Streitkräften (TSK) gab. Und zwar gehen diese Spekulationen auf die Bestellung der HK33 zurück. Damals wollte die TSK die HK33 als neues Infanteriegewehr einführen und bestellte an die 500.000 Stück. Nach ca. 50.000 Stück wurde die Lizenzproduktion durch MKEK aber gestoppt, weil die HK33 wohl angeblich nicht dem entsprach was sich die TSK vorstellte. Heckler & Koch war daraufhin besorgt, dass einer ihrer größten Kunden sich vor den Kopf gestoßen fühlen könnte. Die Entwicklung der HK416 war damals schon in Planung und es kann sein dass Heckler & Koch, MKEK und die TSK damals irgendwie mit ins Boot holte und sagte, dass man ihnen bei der Herstellung ihres eigenen Infanteriegewehres auf Basis der HK416 behilflich sein wolle. Sicher ist jedoch, dass das Mehmetcik-1 als türkisches Erzeugnis gilt, daher die Eigenbezeichnung und die Ankündigung, wie von türkischen Medien wiedergegeben wurden, sie exportieren zu wollen. Leichte Veränderungen im optischen sind bei der Mehmetcik-1 zu sehen.
Stimmen all diese Spekulationen, hat die Türkei in diesem Falle geschickt gehandelt. Denn jetzt hat MKEK die Baupläne für eines der besten Infanteriegewehre. Und letztlich kommt es der Türkei nur darauf an, dass der türkische Soldat im Kampf mit einem der besten Infanteriegewehre kämpft.

Noch muss die TSK das Infanteriegewehr jedoch bestellen, aber dies gilt wohl als sicher. Die Gründe dafür dürften Folgende sein: Das Verteidigungsministerium und die TSK haben in früheren Erklärungen verlautbart, dass das neue Infanteriegewehr eins aus einem türkischen Unternehmen sein wird. Es gibt in der Türkei 3 Hersteller für Waffen und Gewehre:
– Sarsılmaz
– Kalekalıp
– MKEK

Sarsılmaz und Kalekalıp stellen Gewehre ebenfalls in Lizenz her, Sarsılmaz die amerikanische M4, eigene Entwicklungen gibt es auch, aber wirklich was handfestes hat man in Bezug auf ein Infanteriegewehr bisher nicht gesehen. Hinzu kommt, das MKEK seit Jahrzehnten der Hauptlieferant von Gewehren für die TSK ist, beispielsweise die G3 und HK33. Jetzt hat MKEK mit der Mehmetcik-1 ein Gewehr welches der HK416 gleicht. Und die HK416 gilt als eines der Besten, wenn nicht das Beste Infanteriegewehr der Welt. Da wird die TSK in absehbarer Zeit wohl eine Bestellung abgeben.

rlb

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